Kriegsopfer 2. Weltkrieg

Aus der Zeit des zweiten Weltkrieges gibt es 56 entsprechend markierte Einträge, die Vollständigkeit ist nicht verbürgt.

Soldaten

Bis Oktober 1944 gibt es 14 Einträge, die auf tote Soldaten schließen lassen. 3 Einträge sind mit der Bemerkung „Dissident“ versehen, sicherlich handelt es sich da um erschossene Deserteure. In den weiteren Kriegsmonaten sind keine solche Einträge mehr zu finden.

Opfer von Fliegerangriffen

Zwischen 12.10.1944 und 07.05.1945 sind 37 Einträge mit „Flieger“ bzw. „Fliegerangriff“ versehen.
Nach Kriegsende gibt es von Juni bis September 6 weitere Einträge, die auf Opfer des NS-Regimes bzw. des Krieges hinweisen.
Die entsprechenden Grabstellen sind in dem Tagebuch beschrieben. Lassen sich aber nur noch teilweise genau nachvollziehen. Besonders die in der damaligen Abteilung C und F. Durch die nachfolgende Umgestaltung in Urnengrabfelder und fehlender alter Dokumente ist die Lage in der Abteilung C nicht mehr nachvollziehbar. In der Abteilung F sind nur die Reihen 2 und 9 noch erhalten, die anderen Reihen sind verlegt und nicht mehr genau erkennbar. Da fast alle Bestattungen in Reihengräbern vorgenommen wurden, die auch nachbelegt sind, ist eine Darstellung als Kriegsgrab nicht möglich. Deshalb wurde 2010 in der jetzigen Abteilung B2 ein Gedenkstein eingeweiht.

 

Gedenkstein Abteilung B 2

Gedenkstein für die Ofer aus KZ Flossenbürg, Lager MIAG
HIER RUHEN FRANZÖSISCHE ITALIENISCHE POLNISCHE TSCHECHOSLOWAKISCHE BÜRGER 1944-1945

Zwangsarbeiter

Nicht im Bestattungstagebuch versehen (bis auf einen) sind die zwischen 1943 und 1945  verstorbenen Zwangsarbeiter  einer Außenstelle des KZ Flossenbürg, die im örtlichen Rüstungsbetrieb MIAG arbeiten mussten.

Das KZ Flossenbürg hatte hier am Ort eine Außenstelle eingerichtet. Im Zweigwerk des Rüstungsbetriebs der Mühlen & Industrie AG (MIAG) Braunschweig waren Häftlinge zur Zwangsarbeit verpflichtet und mussten hier arbeiten. In den Jahren 1944/45 verstarb ein Teil der Häftlinge  unter den unmenschlichen Bedingungen in den Baracken des Werkes. Insgesamt weist die Liste der verstorbenen 45 Häftlinge aus. Nur einer davon ist im Bestattungstagebuch aufgeführt. Die Toten sind heimlich unter Aufsicht der SS verscharrt worden. Manchmal geschah dies auch des Nachts auf Nebenwegen des Friedhofs. Die Zschachwitzer Einwohner erfuhren erst später von diesen Umständen. Im Januar 1952 wurde an der Stelle des ehemaligen Eingangstores neben der Hauptallee eine Grabstätte geschaffen. In dieser setzte man die exhumierten sterblichen Überreste der Häftlinge bei.

Nach der uns vorliegenden Liste der Verstorbenen sind dies:

  • 6 Franzosen
  • 3 Italiener
  • 31 Polen
  • 1 Tscheche
  • 1 Deutscher
  • 1 Österreicher
  • 1 Kirgise
  • 1 unbekannter Nationalität

Die Grabstelle wurde 2014 neu gestaltet und wird von den Mitarbeitern des Friedhofs betreut und gepflegt.